Gütesiegel für nachhaltige Baustoffe

Wenn es um die Auswahl des richtigen Baumaterials geht, haben Sie die Qual der Wahl. Welcher Baustoff ist der richtige? Was kann der eine? Welche Vorteile hat der andere? Dabei geht es nicht nur um technische Merkmale, sondern auch um Aspekte wie Emissionen und Nachhaltigkeit. Bei der Entscheidungsfindung helfen Ihnen diverse Umweltzertifikate und -deklarationen sowie Testergebnisse unabhängiger Umweltinstitute. Sie liefern wichtige Informationen zu den Themen Ökologie und Wohngesundheit. Aber was genau bedeuten sie und wer vergibt sie? Hier finden Sie eine Auswahl von Zertifikaten und Gütesiegeln, die Sie kennen sollten:

Der blaue Engel

Der blaue Engel

Das in Deutschland wohl bekannteste und älteste Zertifikat ist der Blaue Engel, das Umweltzeichen der Bundesregierung zum Schutz von Mensch und Umwelt. Seit 1978 wird der Blaue Engel an Produkte vergeben, die besonders umweltschonend  in der Herstellung und im Gebrauch sind. Erzeugnisse oder auch Dienstleistungen, die mit diesem Zertifikat versehen sind, schützen das Klima, die Umwelt und Gesundheit, das Wasser und die Ressourcen. Es wird dann verliehen, wenn ein Produkt kontinuierlich verbessert und optimiert wird, sagt aber nichts über den Schadstoffgehalt des Produktes aus. Insgesamt wurden bisher 12.000 Produkte in 120 Kategorien mit dem Umweltzeichen ausgezeichnet. Regelmäßig  werden die Prüfkriterien dabei gemäß dem aktuellen Standard angepasst.

TÜV-Siegel

Nicht weniger bekannt ist der TÜV als Prüfgesellschaft. Der TÜV zertifiziert Baustoffe nach Umweltkriterien. Zu unterscheiden sind hier das TÜV-Umweltsiegel UT21, bei dem der gesamte Lebenszyklus in Bezug auf Umweltfreundlichkeit  im Fokus steht und das TÜV-ASG-Siegel, das Baustoffe nur im Zusammenhang ihres Schadstoffgehalts beurteilt.

Die Umweltproduktdeklaration von IBU

Die Umweltproduktdeklaration von IBU

Weitere Produktdeklarationen (Environmental Product Declaration – EPD) liefert das Institut Bauen und Umwelt e. V. (IBU). Nach ISO 14025 und 14040 ff. sowie DIN EN 15804 werden hier  Informationen zur Ökobilanz eines Produktes geliefert. Dabei stehen die Umwelteinwirkungen während des gesamten Produktlebensweges im Fokus. Es werden die Grundstoffe, deren Herkunft, der Herstellungsprozess sowie die Umweltverträglichkeit und Toxikologie betrachtet. Auch  bauphysikalische und technische Eigenschaften, Nachweise und Prüfungen, etwa zum Schallschutz oder zur Brennbarkeit sind hier dokumentiert.

RAL-Gütezeichen

Ebenfalls hauptsächlich nach technischen Kriterien verleiht das Deutsche Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung e. V. das RAL-Gütezeichen an getestete Bauprodukte. Auch diese Produkte können nachweisen, dass sie nach hohen, genau festgelegten Qualitätsmerkmalen, die für die Nutzung wichtig und sinnvoll sind,  hergestellt und angeboten werden.  Die Deklaration betrachtet dabei den gesamten Lebenszyklus des Baustoffes, beginnend bei der Rohstoffgewinnung und Zusammensetzung, über die Herstellung und Verarbeitung sowie die Nutzung und bis hin zur Endverwendung.  Hersteller und Dienstleister verpflichten sich, ihre Produkte regelmäßig von einer neutralen Stelle überwachen zu lassen.

IBR-Zertifikat

Das IBR-Zertifikat, das vom Institut für Baubiologie Rosenheim GmbH vergeben wird, zeichnet umweltschonend erzeugte und gesundheitlich unbedenklich Baustoffe und Produktionsverfahren aus. Hierbei werden die Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als Grenzwerte festgelegt.

Natureplus

Natureplus

Auch natureplus bestätigt verlässliche Daten und die gesundheitliche Unbedenklichkeit. Das bekannte Umweltsiegel gemäß ISO 14024 ist das internationale Qualitätszeichen für nachhaltige, qualitativ hochwertige Bauprodukte. Natureplus prüft mit hohem Anspruch und nach strengen Kriterien. Die mit natureplus ausgezeichneten Produkte können nachweisen, dass sie aus immer wieder nachwachsenden oder mineralischen Rohstoffen bestehen,  klimaschonend produziert werden und gesundheitlich völlig unbedenklich sind.

eco-INSTITUT-Label

Eco-Label

Das eco-INSTITUT Köln untersucht Bau- und Einrichtungsprodukte hinsichtlich der Produktemissionen, dem Geruch und der Inhaltsstoffe. Besonders emissions- und schadstoffarme Produkte können mit dem eco-INSTITUT-Label zertifiziert werden. Hierfür werden regelmäßig Laborprüfungen durchgeführt. Der Schwerpunkt liegt dabei auf VOC-Emissionsmessungen in der Prüfkammer (nach prEN 16516 und ISO 16000, VOC=flüchtige organische Verbindungen) die Ursache für ungesundes Wohn- und Raumklima sein können. Weiterhin erfolgen Inhaltstoffanalysen auf ausgewählte Parameter (je nach Produktgruppe z.B. Phthalate, halogenorganische Verbindungen). Die Bewertung erfolgt nach den umfangreichen und vergleichsweise sehr strengen Grenzwerten des eco-INSTITUTs, die nach dem aktuellen Stand der Forschung und Wissenschaft erarbeitet und produktgruppenspezifisch festgelegt werden.

Gebäudezertifikate DGNB, BREEAM und LEED

Neben Produktzertifikaten gibt es auch Gebäudezertifizierungen, wie DGNB, LEED und BREEAM. Sie sind nur bedingt miteinander vergleichbar und finden Ihre Anwendungen unter anderem in den Bereichen Büro-und Verwaltungsgebäuden, Schulen, Industrie, aber auch im Wohnungsbau.

Zur Klassifizierung nachhaltiger Gebäude gibt es das britische Zertifizierungssystem BREEAM und das amerikanische System LEED. Die Beurteilung von Gebäuden erfolgt bei beiden Bewertungssystemen durch Punktevergabe für einzelne Kriterien und sie beziehen sich auf alle Phasen des Lebenszyklus.

Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) fokussiert nachhaltiges, umweltfreundliches und wirtschaftlich effizientes Bauen.  Die Zertifizierung des DGNB untersucht unter anderem thermischen, visuellen und akustischen Komfort sowie Innenraumluftqualität und gilt als das System mit den höchsten Anforderungen.

Mit mineralischen Baustoffen ökologisch Bauen

mit mineralischen Baustoffen ökologisch Bauen

In Deutschland gibt es also eine Reihe von Deklarationen und Auszeichnungen, anhand derer Sie sich als Bauherren bei der Auswahl des richtigen Baustoffes orientieren können.
Auch Ytong Porenbeton, Silka Kalksandstein und Multipor Mineraldämmplatten wurden getestet und verfügen über Zertifikate, die weltweiten Standards entsprechen.  Aufgrund ihrer vollkommen mineralischen Grundstoffe (Sand, Kalk, Zement und Wasser) bescheinigen sowohl das Institut Bauen und Umwelt e. V., als auch das eco-Institut, dass Ytong, Silka und Multipor schadstoffarm und gesundheitlich unbedenklich sind sowie eine ausgezeichnete Ökobilanz aufweisen. Multipor trägt darüber hinaus auch das natureplus Zertifikat.

Alle drei Baustoffe sind frei von bedenklichen Konzentrationen an VOCs. Die natürlichen Grund- und Rohstoffe bilden einen Großteil der Erdkruste und sind praktisch unerschöpflich. Beim Abbau wird darauf geachtet, dass das Gleichgewicht der Natur erhalten bleibt. Für den Herstellungsprozess ist es ein großes Anliegen, dass sparsam und effizient mit den Rohstoffen und der benötigten Energie umgegangen wird. Verarbeitungsreste von Ytong Porenbeton und Multipor Mineraldämmplatten sind zu 100% recycelbar. Sie werden entweder wieder dem Produktionsprozess hinzugefügt oder für andere Produkte eingesetzt. Multipor ist also zu jeder Zeit seines Produktlebenszyklus umweltfreundlich und wohngesund.

Natureplus - lnternationaler Verein für zukunftsfähiges Bauen und Wohnen -  Multipor
IBU Institut Bauen und Umwelt e.V. - Umwelt Produktdeklaration Multipor
Eco Institut - Tested Product - Ytong
Eco Institut - Tested Product - Silka
Eco Institut - Tested Product - Multipor
Aufnahme im DGNB-Navigator - Multipor
IBU Institut Bauen und Umwelt e.V. - Umwelt Produktdeklaration Silka

Zertifizierte, nachhaltige Baustoffe Ytong, Silka und Multipor