Schadstoffe, Schadstoffquellen und deren Vermeidung

Wohngesund bauen und leben

Je mehr man sich mit dem Thema Wohngesundheit, wohngesund bauen bzw. ökologisches Bauen beschäftigt, desto deutlicher wird, wie umfangreich dieses Thema eigentlich ist. Unweigerlich wird man auch in diesem Themenfeld mit den Schadstoffen und Schadstoffquellen konfrontiert, die ein gesundes Wohnumfeld verhindern. Dabei gilt es nicht nur die verschiedensten Arten von Schadstoffen zu identifizieren, sondern auch unterschiedlichste Kriterien für ihre Schädlichkeit zu verstehen. Ob ein Stoff wirklich schädlich für uns ist, hängt unter anderem von seiner Toxizität und von der Konzentration mit der man belastet wird ab. Aber auch die Art der Aufnahme - ob durch Verschlucken, Aufnahme über die Haut oder auf dem Luftweg - kann entscheidend sein.

Ein weiterer Faktor ist die Mobilität eines Schadstoffes. Diese steht im Zusammenhang mit der Konzentration eines Schadstoffes. Ein Schadstoff, der in besonderer Form gebunden und damit immobilisiert wurde, kann harmlos werden. So ist das giftige Schwermetall Quecksilber, in Form eines Amalgams chemisch gebunden oder eben immobilisiert, als Zahnfüllung von Millionen Bundesbürgern wortwörtlich in aller Munde und nachweislich unbedenklich. Ein weiteres Beispiel ist die Energiesparlampe: Gasförmiges Quecksilber ist hier durch die Glashülle hermetisch eingeschlossen. So ist der Kontakt damit ausgeschlossen. Ein Schadstoff kann somit soweit auf verschiedene Weisen so immobilisiert werden, dass er nicht mehr freigesetzt werden kann. Die Aufnahme durch den menschlichen Körper ist dann nicht mehr möglich. Dem Schadstoff ist sein schädliches Potential genommen worden.

Diese Faktoren zeigen, dass sich ein Schadstoff nicht immer gleich als schädlich für uns erweisen muss, sondern dass noch einige weitere Faktoren darüber entscheiden, ob und in welchem Ausmaß unsere wohngesunde Umgebung durch einen Stoff gefährdet wird.

Auch in Hinblick auf die schwer festzustellenden Wechselwirkungen verschiedener (Schad-)Stoffe in Kombination miteinander, sollten Schadstoffe möglichst vermieden bzw. minimiert werden. Hier kommt das Minimierungsgebot ins Spiel, was unter anderem aus dem Bereich Schimmelsporenbelastung bekannt ist.

Um Gewissheit zu bekommen, hilft meist nur eine Schadstoffanalyse. Allerdings ist die Palette der möglichen Wohngifte recht umfangreich und nicht mit einem einzigen Messverfahren abzudecken.

Mit welchen Schadstoffen kann ich im Wohnraum oder beim Wohnungsbau konfrontiert werden?

Mit welchen Schadstoffen kann ich im Wohnraum oder beim Wohnungsbau konfrontiert werden?

Leicht- und schwerflüchtige Schadstoffe

Zu den leichtflüchtigen Stoffen zählen Formaldehyd sowie klassische Lösemittel. Formaldehyd ist häufig in Innenräumen zu finden, da es unter anderem in Spanplatten, Möbeln, Lacken enthalten sein kann. Klassische Lösemittel  kommen  in Klebern, Farben, Lacken, Bodenbelägen, Wand- und Deckenmaterialien oder auch Möbeln vor. Sie sind meist am Geruch erkennbar, werden überwiegend durch die Atmung aufgenommen und können Kopfschmerzen, Übelkeit, Unwohlsein und sogar Schlafstörungen verursachen – zum Beispiel in den ersten Tagen nach dem Tapezieren oder Verlegen eines neuen Teppichs. Oftmals hilft gründliches Lüften, um die schädlichen Stoffe aus der Raumluft zu entfernen. Bei starker und wiederkehrender Belastung kann es notwendig werden, die Quelle zu beseitigen.

Weichmacher sind schwerflüchtige Stoffe. Weichmacher werden spröden Materialien zugesetzt, um diese biegsam oder dehnbar zu machen. Sie sind in Kunststoffen, Lacken, Anstrich- und Beschichtungsmitteln, Dichtungsmassen, Kautschuk- und Gummi-Artikeln sowie in Klebstoffen zu finden. Sie können starke gesundheitliche Schäden hervorrufen, da sie über einen sehr langen Zeitraum austreten. Für die Sanierung gilt: Die erfolgreichste Methode wäre, sämtliche Weichmacherquellen komplett zu entfernen. Da sich dies heute aber kaum noch realisieren lässt, gilt es, Weichmacher weitestgehend zu vermeiden, z.B. durch Massivholz- statt Spanholzmöbel.

Schwermetalle und partikelförmige Stoffe:

Schwermetalle wie Arsen, Blei, Kupfer, Nickel gehören auch zu den Schadstoffen, die im Wohnraum auftreten können, allerdings eher selten. In der Regel wird man im Altbau mit ihnen konfrontiert. Sie können in Farbpigmenten oder älteren Holzschutzmitteln auftreten, in Fehlbodenschüttungen oder in Bodenbelägen. Somit ist bei Renovierungsarbeiten im Altbau Vorsicht geboten, beispielsweise kann das Abbeizen schwermetallhaltiger Farben zu Vergiftungen führen.

Faserhaltige Materialien (Asbest & künstliche Mineralfasern) sind feine Fasern, die über die Lunge aufgenommen, dem menschlichen Organismus schaden können. Beispielsweise kann Asbest zu Krebserkrankungen führen, die oft erst nach Jahrzehnten ausbrechen. Während Asbest seit 1993 generell verboten ist, müssen Mineralfaserplatten seit 1996 gesetzlich vorgeschriebene Kriterien erfüllen, durch deren Einhaltung sichergestellt ist, dass diese gesundheitlich unbedenklich sind. Stößt man bei Renovierungsarbeiten auf alte faserhaltige Materialien, ist Vorsicht geboten, denn es könnte sich dabei um Asbest oder andere ältere, noch gesundheitsschädlichere Mineralfasern handeln. Die Sanierung von asbestbelasteten Gebäuden ist heute gesetzlich geregelt – sie ist sehr aufwendig, teuer und darf nur durch spezielle Fachleute erfolgen.

Biogene Stoffe

Schimmelpilzsporen sind grundsätzlich in jedem Innenraum zu finden. Zu einer ungesunden Schimmelpilzbelastung und -vermehrung  kommt es allerdings, wenn warme Innenraumluft und kältere Innenwände zu Kondenzfeuchtigkeit führen und somit einen perfekten Nährboden für Schimmelpilzsporen bilden. Eine dauerhafte Belastung des menschlichen Organismus durch eine hohe Konzentration von Schimmelsporen kann das Immunsystem so stark angreifen, dass es zu chronischen Atemwegserkrankungen wie Asthma kommt. Daher ist regelmäßiges Lüften notwendig, damit die Feuchtigkeit aus den Räumlichkeiten entweichen kann. Auch eine mangelhafte Wärmedämmung sowie Schäden in der Bausubstanz, wie im Dach oder an der Fassade, begünstigen die Schimmelbildung. Ist der Schimmelbefall einmal da, muss immer die Ursache geklärt und behoben werden.

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